Die Sache mit dem Radio

Es ist ein Wochenende im Herbst, welcher sich noch teilweise wie Hochsommer anfühlt. Ich sitze im Auto und, da ich ja kein Spotify Premium für unterwegs habe, höre ich Radio. Es ist 94.3 RS2 eingeschaltet, obwohl wir hin und wieder auch mal gerne 104.6 RTL hören. Es spielt ein bekanntes Lied von Olly Murs. Bearbeitet, merkt man schon, damit es in das Radioprogramm passt. Es folgen Verkehrsmeldungen, auch wenn sie heute mal wieder relativ langweilig ausfallen. Ein Marathon in der Stadt, die Ausfahrten im Britzer Tunnel auf der A100 sind gesperrt. Danach Nachrichten. Auch langweilig. Selbstmordattentäter in Kabul. Etwas Werbung, meistens vom Schloss oder die neuen Framstags-Angebote und, falls Sie es sich nicht merken konnten, noch einmal, etwas Werbung, meistens vom Schloss oder die neuen Framstags-Angebote! Jetzt in Ihrem Radio! Radio lohnt sich!
Aber dann kommt wieder die heiß ersehnte Musik. R.E.M.-Losing my Religion. Diesmal nicht gekürzt. Komischerweise werden Lieder aus den 80ern und 90ern fast nie gekürzt. Und wenn man nun diese 4 Minuten lang dieses Lied hört, was man sonst nie hört, weil man einfach nicht darauf kommt, da es so viele Lieder gibt und der Kopf einfach selektiert und sich das Neueste oder im Gehirn zuerst Einfallende raussucht, denkt man sich: „Wieso höre ich nicht öfter Radio?“
Viele hören kein Radio, weil es ihnen entweder zu viel Geplapper oder zu viel Werbung ist. Aber macht nicht genau DAS RADIO aus?
Auch wenn es nervig ist, aber Radio ist halt kein Spotify und hat somit auch irgendwas Eigenes und Schönes. Man verbindet sofort was damit und zwar nicht nur Musik, sondern auch mal die Werbung oder das, teilweise gute, Geplappere der Moderatoren, Verkehrsmeldungen, bei denen die Stadtteil- oder Straßennamen falsch ausgesprochen werden. All das und das ist der „Zauber des Radios“, wo man danach immer genug hat, aber sich beim nächsten Einschalten wieder denkt: „Wieso höre ich nicht öfter Radio?“

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