Eine historische Zäsur – #Brexit

Sieht die britische Flagge bald so aus wie auf dem Beitragsbild? (oder so ähnlich, entschuldigt mein nicht vorhandenes Talent in Paint ^^)
Wie ihr wohl bemerkt haben solltet, hat eine knappe Mehrheit der Briten FÜR einen Austritt aus der EU gestimmt.
Man kann davon halten, was man will, am Ende ist es ein Fakt.

Was also nun? Wie geht es mit Großbritannien weiter, wie mit der EU?
Erstmal zu Großbritannien, weil das noch der lustigste Part von allen ist (ok, für manche von euch evtl. nicht).
Die Wahlergebnisse sprechen für sich: Fast 52% der Briten haben für „Leave“ gestimmt, v.a. ältere Leute und auch eher Menschen auf dem Lande. Wiederum haben zu Großteilen eher die Engländer und Waliser für einen Austritt gestimmt, während die Schotten (zu 62%) und Nordiren (zu 55%) in der EU bleiben wollen.
So ist es nicht verwunderlich, dass Schottland angekündigt hat, sein Unabhängigkeitsreferendum wiederholen zu wollen und es in Nordirland wieder sehr starke Wünsche gibt, wiedervereinigt mit (Süd-)Irland zu sein.
Haben wir am Ende nur noch ein „Kleinbritannien“ aus England und Wales bestehend, sowie Schottland und ein vereinigtes Irland?
Wird „Kleinbritannien“ voll und ganz auf Schafswollhandel und Regenwasserverkauf an Dritte-Welt-Länder angewiesen sein, da die Offshore-Plattformen in der Nordsee zumeist den Schotten gehören?
Es klingt verrückt, was ich hier schreibe und es ist es auch, aber mal ganz ehrlich: Dieser EU-Austritt mit eventuellen Unabhängigkeiten von Schottland und Nordirland (selbst wenn sich Nordirland dann wieder Irland unterordnet) ist ein selten dämlicher Schuss ins Knie, v.a. wirtschaftlich gesehen. Ich bin gespannt, wie die Briten nach dem EU-Austritt ihr Land auf dieser Ebene managen werden.
Ich meine, an sich ist die EU wirtschaftlich gesehen echt nichts Schlechtes. v.a., wenn man so wie GB dauernd nur Extrawürste bekommen hat und an sich nie richtig mitmachen musste, wie es andere Staaten tun. Den Briten wurde doch schon gesagt, was sie machen sollten!

Aber naja – Anscheinend haben es die Briten auf ihrer Insel außerhalb des Festlandes einfach schwerer mit der Logik oder lassen sich von God zu viel saven *nachdenk*

brexit

Wie sieht es nun aber mit der EU aus?
Was hat es für Folgen bzw. was müssen wir folgern oder was bekommen wir gesagt, was wir folgern sollten daraus?

Nun, im ersten Moment ist der Brexit an sich nichts. An sich ist dieses Unterfangen zwar nicht sehr willkommen, aber geht halt auf Lasten Großbritanniens und nicht der EU – also genau andersherum als die ganzen UKIP-Leute das wollten.
Wenn wir die EU in jetziger Form behalten wollen würden, müssten wir den Brexit ausbaden, gucken, dass kein Domino-Effekt vonstatten geht (v.a. nicht bei den größeren, für die Wirtschaft und den Euro wichtigen Staaten) und letztlich, wenn dann Großbritannien draußen ist und wir östlichere Staaten wie Polen, Tschechien oder Ungarn so fest an uns gebunden haben, dass ein Referendum wie in GB auf gar keine Mehrheit mehr stoßen würde, können wir uns freuen, ein stärkeres Europa zu haben, da wir für niemanden mehr Extrawürste braten müssten (und wenn, dann nur noch sehr kleine)!
Nun ist die EU aber leider in ihrer jetzigen Form gescheitert, was man an der Flüchtlingskrise letztes Jahr und spätestens jetzt mit dem Brexit gesehen hat.
Es muss also eine andere Lösung her, aber welche?
Einen sehr interessanten Ansatz finde ich, obwohl ich bis gestern noch steif und fest dagegen war (heute nur noch ein bisschen), den des Staates „Europa“. Ein Staat, der die jetzige EU umfasst. Unsere Nationalstaaten werden zu Regionen Europas mit eigener Regierung innerhalb der Region, aber es gibt an sich sonst nur eine zentrale Europa-Regierung, die durch den Souverän, als durch das Volk, gewählt wird (genau wie der Präsident). Es müsste sich die Idee der europäischen Bevölkerung verankern und dort oben in Brüssel sollen nicht mehr irgendwelche Menschen sitzen, die von den Nationalstaaten entsendet werden und dann Lobbyarbeit betreiben, sondern WIR, das VOLK, soll auf demokratischem Wege Europas Politik in möglichst vielen bis allen Belangen MITbestimmen können.
Genaueres könnt ihr euch anlesen, gibt es im Internet sehr viel dazu.
Wieso ich dagegen bin? Es ist eine Utopie und ich fühle mich einfach nicht als Europäer. Es ist so. Es ist nichts Böswilliges von mir oder, dass ich es nicht versucht hätte und versuchen würde, aber es ist halt so und es tut mir schrecklich für all diejenigen leid, die jetzt von mir enttäuscht sind. Ich bin immer noch Deutscher und das ist das Problem (in diesem Fall, auf logischer, europäischer Ebene gesehen. An sich bin ich stolz Deutscher zu sein, aber halt nicht AfD-Stolz, sondern Fußball-Fahnenschwenker-stolz).
Reformen jetzt in der EU anzusetzen, ist schön und gut, aber ich habe die Befürchtung, dass es nicht reichen könnte. Aber um einen Zustand zu erreichen, der reichen könnte, dafür ist es jetzt leider noch zu früh, wenn eigentlich auch nötig.

Ich hoffe, ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte und es auch so aufgeschrieben, wie ich es sagen wollte ^^
Falls euch irgendwas stutzig macht oder ihr etwas anders seht, haut in die Tasten! Ich mag es sehr gern, Kommentare zu lesen und zu beantworten 🙂

Ansonsten wünsche ich euch jetzt noch einen schönen Abend/Tag, je nachdem, wann ihr es lest und schmelzt mir nicht weg 😉 ^^
Übermorgen wird es dann wieder, kündige ich euch schonmal an, einen neuen Event-Blogpost geben, der nichts mit dem ESC zu tun hat, also seid gespannt! 😮

LG,
GNB

 

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5 Kommentare zu “Eine historische Zäsur – #Brexit”

  1. Regenwasserverkauf, hahahaha, wie genial. Aber in der Tat wäre das wirtschaftlich sehr interessant und meine bösartige Seite wünscht sich ja für all die Pro-Brexit-Wähler, dass jetzt genau das passiert: dass Schottland und Nordirland austreten und es wirtschaftlich erstmal jede Menge Probleme gibt.

    Keine Extrawürste mehr braten zu müssen, wäre natürlich gut, denn die EU hat ja auch so genug Probleme. Aber bis dahin hätte ich erstmal Angst, dass andere Staaten der Entscheidung Großbritanniens folgen wollen. Da kann man nur hoffen, dass die negativen Folgen für GB schnell genug eintreten, um eine Warnung für andere zu sein.
    Obwohl ich vor allem der „unschuldigen“ Bevölkerung, die gegen den Brexit gestimmt hat, ja nichts schlechtes wünschen will.

    Ach nein, auf einmal bist du für ein großes Europa? ^^
    Wie würde das denn dann sprachlich geklärt? Was würde Amtssprache? Die anderen Sprachen könnten ja quasi bleiben wie jetzt die Dialekte, oder?
    Und naja, auch unsere Regierungen jetzt sind bestimmt nicht gaaaanz unabhängig von Lobbyarbeit, das würde sich auch nicht bei einem großen Europa ändern, denke ich. Wäre ja auch nach wie vor eine repräsentative Demokratie oder wie auch immer das heißt.
    Aber so wären natürlich auch einige Prozesse viel einfacher und würden, wenn sie denn mal durchgesetzt würden, auch verbindlich für alle denken.

    Fussball-Fahnenschwenker-stolz ist ja eine süße Formulierung ^^.

    Liebe Grüße 🙂

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    1. Jein, ich sehe ein großes Europa nur nicht mehr so negativ wie vorher. Die Sprache ist bspw ein Contra-Argument für ein großes Europa, da man wahrscheinlich auf englisch zurückgreifen wird und die deutsche Sprache, einer unserer größten Kulturgüter, über kurz oder lang wahrscheinlich verloren gehen würde. „Dialekte“ gäbe es wahrscheinlich vor allem anfangs (Look the Chicken in the Eye bspw), doch iwann würde das englische immer besser benutzbar sein in ganz Europa auf hohem Niveau.
      Dass unsere heutigen Regierungen frei von Lobbys sind, habe ich nie gesagt ^^ Meine Aussage war eher, dass die EU eher darauf zurückgreift oder zurückgreifen kann, solange die ganze Politik dort oben mehr oder minder abgeschirmt vom Volk passiert.
      Und der Staat Europa wäre in diesem Beispiel eine parlamentarische Demokratie in einem föderal-republikanischen System ^^

      Liebe grüße zurück 🙂

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  2. Ich sag dazu jetzt mal ganz unwissenschaftlich: Rein oder raus, aber meine lieben Briten, macht endlich diese verdammte Tür zu. Egal auf welcher Seite ihr dann davon steht.
    Wobei, zugegebenermaßen – In London stehen und massenweise Briten EU, EU schreien hören zu dürfen ist in der Rangordnung der Dinge, die ich im Leben nicht erwartet hätte, relativ weit oben.

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    1. Wobei ich sagen muss, dass die Wahl, die sie getroffen haben, raus ist und sie sollten jetzt zu ihrer Dummheit stehen und das einfach machen. Sie beschweren sich jetzt, dass sie belogen worden seien etc, aber ich meine: Wer sich vor solch einer wichtigen Entscheidung nicht ordentlich informiert, ist selber schuld.

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      1. Absolut… allerdings ist es halt wirklich so, dass die Mehrheit recht knapp war, und die Entscheidung für die jüngere Generation ausreichend große Konsequenzen haben wir, dass man denen den Ärger schon zugestehen muss. Also, einen Freiversuch können sie meinetwegen haben, aber die Extrawurstbraterei muss aufhören.

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