Kinder der Freiheit by Ken Follett

Bildergebnis für Kinder der Freiheit follett
OT: Edge of Eternity
DT: Kinder der Freiheit
Autor: Ken Follett
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-4041-7320-4
Preis: 12,99€

Der Weg zu meiner neuen Uni ist eigentlich ziemlich beschissen. Unter einer Stunde Fahrtzeit kann man es (mit dem ÖPNV) nicht schaffen, aber man soll es ja immer positiv sehen. Wenn ich jetzt nämlich keine Podcasts mehr hören kann, kann ich einfach mit dem Lesen von Büchern fortfahren, was meinen Stapel an ungelesenen Büchern schmelzen lassen sollte (auch wenn zugegebenermaßen nicht alle Bücher zum Lesen auf solchen Fahrten geeignet sind).

Ein Buch, an dem ich Ewigkeiten gesessen habe, aber nun doch recht schnell verschlingen konnte dank der vielen Fahrerei, war Ken Folletts dritter Teil seiner Jahrhundert-Trilogie, welcher den wohlklingenden Namen „Kinder der Freiheit“ trägt.
Man hat sich beim Lesen an sich auch wie ein Kind der Freiheit gefühlt, v.a. als ein „Millennial“, der den Kalten Krieg überhaupt nicht mitbekommen hat, wenn man mal vom Geschichtsunterricht absieht, welcher einem aber niemals diese Gefühle hat geben können, wie es dieses Buch geschafft hat.

Ken Folletts Schreibstil mag nicht für jedermann sein, aber in Kinder der Freiheit hat er wirklich nochmal alles aus sich herausgeholt. Seine (schlecht geschriebenen) Sexszenen hat er schlau benutzt, um den gesellschaftlichen Wandel in der Perzeption von Sex und Beziehungen aufzuzeigen und er konnte mehr als in den Teilen davor seinen gefühlsvereinnahmenden Schreibstil beibehalten.
Las man über den Vietnam-Krieg oder die Sturheit von US-Präsidenten und KdUdSSR-Generalsekretäre, so war man tief im Inneren auch wütend.
Las man über die Liebesgeschichte eines Paares, was sich nicht finden konnte, so hat man mitgelitten.
Las man über den Fall des Eisernen Vorhangs und den Fall der Mauer, so liefen einem Freudentränen über die Wange.

Gerade bei letzterem war ich erstaunt. Ich dachte, ich verstünde von den Geschichten meiner Oma oder vom Geschichtsunterricht her, wie es damals war, endlich wieder frei in Berlin zu sein, seine Familie wiederzusehen, die man 40 Jahre lang nicht besuchen konnte, aber ich wusste es nicht. Dieses Buch hat mir erst die Augen geöffnet und mich, zumindest so nah wie möglich, an dieses Gefühl des Glücks herangebracht.

Geschichtlich könnte man bei dem Buch, wie auch bei den Vorgängern, wieder sagen, dass er erneut leider Zeiten ausgelassen hat (die Nachkriegszeit von 1945-1962 hat eigentlich keinerlei Erwähnung gefunden wie auch der Bruch der Sowjetunion 1991 oder die Segelsetzung für das 21. Jahrhundert mit der Gründung der EU 1993), die man ebenfalls als wichtig hätte erachten können, aber dieses Mal kreiden wir ihm das mal nicht so an, denn dafür war sein das Buch im Gesamten viel zu gut.

Das ist der Grund, wieso dieses Buch auch nicht nur eine 7/10 bekommt (wie Sturz der Titanen), sondern eine 8,5/10.
Es war eine schöne Zeit mit dieser Trilogie! Ob ich jemals wieder etwas von Follett lesen werde, steht in den Sternen, aber wenn, werdet ihr es höchstwahrscheinlich erfahren (nicht so wie bei Winter der Welt, wo ich anscheinend vergessen habe, darüber eine Rezension zu schreiben. Sorry Bildergebnis für :sweat: emoji

LG
GNB

Quelle (Cover): https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51KOFLQNLNL._SX334_BO1,204,203,200_.jpg, Montag, 13.11.2017, 11:45 Uhr

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