Kurzrezensionen #1 – Über Erwachsenwerden, Hochmut und Tod

Ach Mensch, da lese ich ein bisschen mal was oder gucke mal einen Film und verspreche euch, ich würde euch auf dem Blog darauf berichten und was mache ich?
Ich schreibe keine Rezensionen. Mir fehlt aber auch einfach irgendwo die Zeit, weshalb ich mir dachte: Wenn du keine Zeit für drei lange Rezensionen hast, mache doch einen Blogpost mit drei kurzen Rezensionen!

„Über welche drei Dinge möchtest Du denn schreiben?“, fragt ihr euch sicherlich.
Zum einen über zwei Bücher. Einen Klassiker – „Effi Briest“ von Theodor Fontane – und ein neueres Buch – „Schantall, tu ma die Omma winken!“ von Kai Twilfer.
Außerdem werde ich euch ein paar Worte zum neuesten Disney-Animationsfilm „Coco“ dalassen (Nein, Star Wars wird (noch) nicht bewertet, weil ich ihn auch noch nicht gesehen habe).

Lasst uns mit Effi Briest anfangen. Wer hat von diesem Buch noch nie gehört?
Wahrscheinlich niemand, da es zur Pflichtlektüre des Deutschunterrichts zählt.

Das Buch handelt von der zu Anfang achtzehnjährigen Effi, die ursprünglich aus dem fiktiven, havelländischen Hohencremmen stammt. Sie ist eine wahre, kindliche Frohnatur bis sie eines Tages sich mit Baron von Innstetten verlobt, der sie mit ins fiktiv-preußische Kessin nimmt. Von da an beginnt ihr Verfall. Gepeinigt von Innstettens Gruselgeschichten, Heimweh und einer verbotenen Liebe, die sie eventuell ihren Stand kosten wird, verliert sie ihre Jugendhaftig- und Fröhlichkeit und auch ihren Lebensmut.

Dass Fontane zu den größeren Autoren und Dichtern unserer Geschichte zählt, ist wohl kaum zu bezweifeln. Dieses Buch zeigt einem Einsteiger in klassisch-deutsche Literatur sehr gut, dass diese Art von Literatur angenehm zu lesen ist, sowohl im Sinne der Leserlichkeit des benutzten Deutschs als auch von der erzählten Geschichte her, die wohl kaum als langweilig betitelt werden kann.

Bewertung: 8/10 Punkte

Weiter geht’s mit Buch Nummer 2:
Kai Twilfers „Schantall, tu ma die Omma winken!“.
Dies ist ein Buch über einen Sozialarbeiter aus dem Ruhrgebiet, welcher über seine Erlebnisse mit Familie Pröllmann, der „typisch ungebildeten Hartz-IV-Assi-Familie“ berichtet.
Dieses Buch hat mir total missfallen. Es gibt Leute, wie bspw. Phillipp Möller in seinen Berichten über seine Zeit als Quereinstiegslehrer (Isch geh Schulhof), die können über ihre Berufsgruppe berichten, auf Missstände aufmerksam machen und alles in allem trotzdem das alles relativ angenehm schreiben oder sogar witzig sein und dann gibt es Leute wie Kai Twilfer, die weder einen guten Schreibstil an den Tag legen, noch witzig sein können.
Das ganze Buch war voll von erzwungener Witzigkeit und Lockerheit und schrieb immer von oben herab über die Familie Pröllmann. Man kam sich über die Familie genauso erhaben vor wie über die Familie eines Kandidaten bei Schwiegertochter gesucht und das ist echt kein gutes Zeichen.
Außerdem verspricht das Buch den „Alltag eines unerschrockenen Sozialarbeiters“ an den Tag zu bringen und das lyrische Ich soll wohl auch solch einen „unerschrockenen Sozialarbeiter“ darstellen. Schade, dass der Herr Twilfer selbst nicht dieser zu sein gewesen scheint. Zitat aus der Autorenbeschreibung: „2002 gründete er ‚Industriekult‘, einen Großhandel für Regionalia, mit dem er im Ruhrgebiet selbstständig ist“. Okay – Wo ist sein Engagement als Sozialarbeiter? Oder hat er einfach nur kleinere Beobachtungen zusammen mit den Standardklischees über solche Familien gemischt und dann ein Buch über Erfahrungen eines „unerschrockenen Sozialarbeiters“ geschrieben?
Tut mir leid, aber alles in allem war das wohl wirklich eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe.

Bewertung: 1/10 Punkte

Kommen wir zum Schluss noch zu einem Film.
Disney hat nicht nur vor wenigen Tagen den neuen Star-Wars-Film veröffentlicht, sondern schon vor wenigen Wochen ihren nächsten großen Animationsfilm, welcher auf den Namen „Coco“ hört.
Dieser Film spielt in Mexiko um den Tag der Toten (Día de los Muertos), wo eine musikhassende Schuhmacherfamilie ihren jüngsten, musikalischen Sohn an das Totenreich verliert. Kann der Junge mit der Hilfe seiner toten Verwandten wieder ins Reich der Lebenden zurückkehren?

Der Film war „typisch Disney“ und hatte von starkem Humor über süße Tiere bis hin zu salzigen Tränen wieder mal alles zu bieten.
Eine volle Empfehlung von mir!

Bewertung: 7/10 Punkte

Ich hoffe, euch hat diese Form an das Thema „Rezensionen“ heranzugehen genauso gut gefallen wie eine klassische Rezension.
Lasst mir gerne einen Kommentar dazu da!

Bis dahin,

euer GNB

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