Schlagwort-Archive: 2017

Vor dem Suizid: Gründe sammeln; Nach dem Suizid: SpuBe rufen

Ja, ich gebe zu, dies ist eine relativ provokante Überschrift. Sie wirkt aber auch gleichzeitig geradezu lächerlich, wenn man das Thema dieses Beitrags nennt.

Dieses Mal ist es ein „Sammelpost“ zu zwei Serien, die ich gesehen habe und hier kurz bewerten möchte. Zum einen habe ich Thirteen Reasons Why (oder Tote Mädchen lügen nicht) gesehen und zum anderen den Tatortreiniger. Unterschiedlicher könnten die Serien nicht sein.

Erstere erzählt vom 17jährigen Mädchen Hannah Baker, welche sich umgebracht hat. Auf 13 Kassetten(seiten) hat sie die 13 Gründe aufgenommen, die zu ihrem Tod geführt haben. Dies sind immer Ereignisse, die aber stark von jeweils einer Person abhängen.
Einer dieser Personen ist Clay Jensen, welcher ein Mitschüler und Arbeitskollege von ihr war und außerdem ziemlich verliebt in sie gewesen ist, sodass ihn es wohl fast am schwersten trifft, dass er auch Teil ihres „Suizidnetzes“ sein soll.
Die Serie ist ziemlich gut gemacht. Schnitte, Lichtunterschiede, Unterscheidungen zwischen Vergangenheit (Was die Kassette erzählt) und Gegenwart, Charakterentwicklung sind nennenswert. Außerdem hat man mit dem Protagonisten Clay eine Person mit der man sich identifizieren kann (ich zumindest).
Man merkt den Schmerz Hannahs, aber auch Clays und anderer Charaktere und es gibt jede Menge „Trigger“.
Damit meine ich sowohl welche in der Story, die mich – Gott sei Dank bin ich derzeit so gut wie alleine in der Wohnung und vor dem Fernseher – die Charaktere anflehen lassen hat, Dinge zu tun oder nicht zu tun, aber auch welche, vor denen man gewarnt sein sollte eventuell.
Es war mir zwar schon vorher klar, aber ich glaube, auch wenn das jetzt bestimmt voll komisch und vllt. offensichtlich klingt, diese Serie hat mir erst gezeigt, dass ich nicht dazu fähig bin, Vergewaltigungen und tatsächlichen Suizid zu sehen.
Richtig gelesen: Wer ausschließen möchte, jemals in seinem Leben eine (wenn auch gespielte) Vergewaltigung zu sehen oder auch den Prozess des Pulsaderaufschneidens, dem sei diese Serie nicht ans Herz gelegt. Selbiges gilt für Leute, die sich nicht mit Depressionen und „Teenage Angst“ auseinandersetzen wollen.
Übrigens finde ich es bemerkenswert, dass es angeblich eine erhöhte Selbstmordrate in den USA gegeben haben soll nach Erscheinen dieser Serie, da ich persönlich finde, dass mich diese Serie wohl eher abgeschreckt hätte, Selbstmord zu begehen. Wiederum kann ich wohl kaum was dazu sagen, da ich – glücklicherweise – nicht selbstmordgefährdet bin.

Diese Serie hat auch ihre 7/10 Punkte verdient.

Nun kommen wir zum anderen Protagonisten dieses Posts: Dem Tatortreiniger. Dieser muss nämlich antanzen, nachdem ein Mord geschehen ist, egal ob selbstverschuldet oder nicht.
Gespielt wird der „Spurbeseitiger“ (SpuBe = Spurbeseitigung übrigens) Heiko Schotte a.k.a. Schotti von Bjarne Mädel, welcher ein lustiger Schauspieler ist.
In der Sendung geht es aber nicht nur ums Putzen, meist sogar hauptsächlich nie wirklich. Es geht eher um das Drumherum. Themen wie Homosexualität, Spiritualität, Memento Mori, Liebe, Leistungsdruck, Autismus u.v.m. werden in Gesprächen zwischen Schotti und einer Person, die ihn während seines Putzauftrags beobachtet behandelt.
Die Komik ist genial und der Charakter des Schotti ist nachvollziehbar und echt.
Diese deutsche Produktion (des NDR) hat mir richtig Spaß gemacht und für diese gibt es sogar 8/10 Punkten.

Das war es nun wieder. Ich hoffe, dass euch auch mal solch ein Sammelpost gefallen hat. Es hat einfach gerade gut gepasst 😀

LG,
GNB

Advertisements

Und plötzlich bist du der mächtigste Mann der Welt – Designated Survivor

Die vierte Staffel von House of Cards ist draußen, aber noch kann man sie nicht sehen, wegen einer komischen Gesetzeslage in Deutschland.

Also was soll man sonst gucken?
Vor ein paar Monaten habe ich über den Pietcast von der Serie Designated Survivor erfahren und prompt habe ich sie mir auch angesehen! Leider wurde dann immer nur wöchentlich eine Folge veröffentlicht, sodass ich schnell meinen Antrieb verlor, weiterzugucken [ungestilltes Bingewatch-Gefühl], aber jetzt sind alle Folgen da und ich habe sie aufgesaugt.

Die Serie ist ein Polit-Drama und Krimi und beginnt damit, dass das Kapitol in Washington D.C. bei der Rede zur Lage der Nation in die Luft gesprengt wird.
Durch den Tod aller Regierungs- und Kongressmitglieder tritt ein Gesetz in Kraft, welches einen designierten Überlebenden zum Präsidenten der Vereinigten Staaten macht. In diesem Falle war Tom Kirkman (Kiefer Sutherland) entsprechender Überlebender.
Er war vorher ein normaler Familienvater ohne großartige Führungsqualitäten, welcher vom vorherigen Präsidenten zum Wohnungsbauminister ernannt wurde – ein relativ unwichtiger Posten.
Nun ist er plötzlich US-amerikanischer Präsident und muss sich den innenpolitischen und außenpolitischen Gefahren erwehren.

Zur Hilfe kommen ihm einige Leute, doch in Folge von FBI-Ermittlungen zum Anschlag auf das Kapitol kommt irgendwann die Frage auf: Wem kann er überhaupt noch trauen?

Meiner Meinung nach ein gut gefilmtes und zu Teilen spannendes Stück Fernsehen. Vorbereitungen für eine 2. Staffel, die sich in der Theorie ja ausschließen würde, wurden pfiffig getroffen. Auf jeden Fall für jeden, der auf House of Cards oder Navy: CIS steht einen Blick wert.

Abschlussbewertung: 7/10 Punkte

LG,
GNB

E3 2017

Wie jedes Jahr eröffnet Mitte Juni in Los Angeles die größte Videospielmesse der Welt: die E3 (Electronic Entertainment Expo).

Die wichtigsten und interessantesten Teile der (eigentlichen) Fachmesse stellen hierbei die Konferenzen großer Konsolenhersteller und Publisher dar.
Den Beginn, offiziell außerhalb der E3, hat am Samstag Electronic Arts (EA) mit ihrem Event „EA PLAY“ gemacht.
Leider hat der US-amerikanische Publisher das Problem, sehr berechenbar zu sein. So hat es neben den üblichen Sportspielen auch Infos für eine Erweiterung für Battlefield 1 (Erweiterung um die Ostfront des 1. Weltkriegs) gegeben.
Den meisten sollte der nächste Teil des Star-Wars-Shooters Star Wars Battlefront gefallen haben, für den es auch ausreichend Gameplay bei der Präsentation gab.
Zwei weitere Spiele konnten als Neuankündigungen verbucht werden: A Way Out – ein Koop-Ausbruch-Spiel – und Anthem, welches aber nur geteasert wurde und später auf der Xbox-PK ausreichend vorgestellt.
Mein Fazit zu EA PLAY: Nicht sehr viel Überraschendes und die Show war auch eher meh.

Am nächsten Tag startet Xbox mit der ersten „richtigen“ E3-PK die Messe. Am 7. November soll die sogenannte Xbox One X erscheinen, welche zum Erscheinungszeitpunkt die stärkste Konsole der derzeitigen Generation sein wird (und somit auch für 499€ verkauft werden kann).
Sie ist mit einem speziellen Chip ausgestattet, welcher es zulässt, dass Spiele in 4K (Ultra-HD) bei 60 fps (Frames pro Sekunde) gespielt werden können.
Porsche nutzte hierbei den Releasetitel Forza Motorsport 7 aus, um auf der Xbox-Bühne ihren neuen 911 vorzustellen.
Ansonsten wurden einige Spiele vorgestellt, die mich nicht sonderlich interessiert haben, bspw. Metro Exodus, eine Fortsetzung einer Spielereihe, die auf den Metro-Büchern von  Dmitry Glukhovsky beruht.
Ganz am Schluss folgten nicht-exklusive Xbox-/Windows-Titel, wobei hier Ori and the Will of the Wisps, eine Fortsetzung zu Ori and the Blind Forest, sowie Life Is Strange: Before the Storm, ein Prequel zu meinem Lieblingsspiel Life Is Strange, angekündigt wurden.
Mein Fazit zur Xbox-PK: Mit der Konsole kann ich mangels 4K-Fernseher und mangels Spielen, die mich interessieren, nichts anfangen, aber Life Is Strange hat mich nochmal wach gemacht gehabt und ich freue mich schon darauf, es ab dem 31.08.2017 spielen zu können, auch wenn die Entwickler, Autoren und Synchronsprecher, also eigentlich alles, anders sein werden.

Die Nacht durchgehalten bis zur Bethesda-PK habe ich nicht, weshalb ich sie mir im Nachhinein ansehen musste.
Viel ist dazu aber nicht zu sagen. Neben den Neuankündigungen The Evil Within 2 und Wolfenstein 2 wird Skyrim abermals verwurstet. Dieses Mal in VR und als Version für Nintendo Switch.
Das Fazit ist somit schnell gefällt: Ging so, aber eher weniger gut.

Als Spaß-PK für zwischendurch folgte gleich nach Bethesda Devolver Digital. Diese haben aber nicht ernsthaft irgendwas vorgestellt, sondern sich eher über die anderen lustig gemacht.

Am Abend des Montags folgte nun ein Marathon an PKs, welcher PC Gaming (powered by Intel) beginnen konnte. Nur war da nichts sonderlich Interessantes dabei, also hat man das Geplänkel ausgesessen und auf Ubisoft gewartet.

Der französische Spielehersteller und Publisher hat sich bei dieser Veranstaltung nicht nur mit den sympathischen Entwicklern und Chefs mit ihrem lustigen, französischen Englisch geblümt, sondern auch mit Gästen wie Shigeru Miyamoto, welcher zusammen mit Ubisoft-Chef Yves Guillemont das Crossover-Kampfspiel Mario+Rabbids: Kingdom Battle vorgestellt hat.
Ein neuer Assassin’s Creed-Teil durfte natürlich auch nicht fehlen. AC: Origins wird im alten Ägypten spielen. Zum Schluss wurde ein interessant aussehendes Beyond Good&Evil angeteasert.
Mein Fazit: Die bis zu diesem Zeitpunkt beste PK mit interessanten Titeln und sympathischen Menschen.

Auf Ubisoft folgte eine lange Pause bis 3 Uhr morgens am Dienstag, wo Playstation auf ihre Präsentation gewartet hat. Leider haben sie kaum (neue) interessante Titel angekündigt, sondern einfach nur ihr Programm vom letzten Jahr mit bspw. Spiderman und Detroit vertieft. Last Of Us 2 hat gar keine Erwähnung gefunden, was wohl das Enttäuschendste an der ganzen Veranstaltung war.

Mit niedrigen Erwartungshaltungen ging man nun also in die letzte Präsentation am heutigen Dienstagabend. Nintendo war dran und wollte nur 25 Minuten an Informationen liefern. Dies haben sie aber sehr gut gemacht.
Ein neues Metroid ist genauso in Entwicklung wie ein Hauptspiel der Pokémon-Reihe. Zelda bekommt zwei neue DLCs spendiert, ein neues Kirby– und ein Yoshi-Spiel werden auf den Markt kommen und auch 3rd-Party-Games wie Fifa, Skyrim und Rocket League finden ihren Weg auf die neueste Nintendo-Konsole.

Somit komme ich zum Schluss, dass Nintendo die E3 gewonnen hat, vllt. auch etwas dank Sony, welche eine so enttäuschende Präsentation abgeliefert haben, dass man mit so niedrigen Erwartungshaltungen an die Nintendo Spotlight heranging, dass man kaum enttäuscht werden konnte.

ESC 2017-Review

Zum 62. Mal hat sich der Eurovision Song Contest nun wiederholt. Dieses Mal fand er in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt, da im letzten Jahr die Sängerin Jamala mit 1944 den ESC in Stockholm (Schweden) gewann.
Stattgefunden hat der Wettbewerb im IEC in Kiew. Moderiert wurde die Veranstaltung unter dem Thema Celebrate Diversity (Vielfalt feiern) von den drei Herren Timur Miroschnytschenko, Wolodymyr Ostaptschuk und Oleksandr Skitschko [btw sehr vielfältig, keine Frau dabei zu haben].

Die Eröffnung

Ein Einspielfilmchen, welches die Kugeln zeigt, die das Logo des diesjährigen europäischen Gesangswettbewerbs bilden, sowie ein paar flackernde Lichter eröffnen dieses Mal die Veranstaltung in der IEC. Darauf folgend laufen die Künstler jedes Landes ein, leider nicht so toll und lustig wie letztes Jahr. Dafür müssen sie etwas mehr Weg zwischen Bühne und Green Room zurücklegen.
Als sich alle zurückgezogen haben kamen auch leider schon die Moderatoren mit einem sehr eigenwilligen Kleidungsstil auf die Bühne. Anders als Måns und Petra letztes Jahr aber, ließen sie eine sympathische Ausstrahlung und einen gewissen Humor vermissen. Der „I am you Discoball“-Witz von Wolodymyr oder die Kinderfotos der Moderatoren waren eher zum fremdschämen als zum lachen.

Die Show

1. Israel

I Feel Alive von IMRI
Musik und Text: Dolev Ram, Penn Hazut

Dieser Auftritt war wohl wahrhaftig schon der schlimmste von allen. Ich habe mir im Vornherein schon die Songs angehört gehabt und u.a. Israel habe ich sehr gemocht. Es hat Stimmung gemacht!
Leider konnte der Sänger dies mit seiner schrägen Stimme nicht erreichen. Außerdem fand ich es schade, dass die Chance vertan wurde, die geigenähnlichen Instrumente gegen Ende des Liedes auf die Bühne zu holen. Stattdessen gab es nur mehr unnötige Tänzer.

2. Polen

Flashlight von Kasia Moś
Musik und Text: Kasia Moś, Rickard Bonde Truumeel, DWB

Der Song ist meiner Meinung nach Mittelmaß und nein, liebe Kasia, ein Lied wird nicht besser, nur weil man seine gute Stimme einsetzt um singend rumzuschreien!

3. Weißrussland

Story of my Life von Naviband
Musik und Text: Artem Lukyanenka

Das „Hey, hey, jajaho“ kann hier gerne zu Fremdscham verleiten, aber ansonsten ist das eigentlich ein sehr fröhlicher Song und die Interpreten sehr sympathisch. Anders als ein Kuss, der später auftreten sollte, war dieser hier am Ende auch gewollt und eher von Liebe gekennzeichnet :D.

4. Österreich

Running on Air von Nathan Trent
Musik und Text: Nathan Trent, Bernhard Penzias

Der zweite Song an diesem Abend, den ich schon vor dem Finale sehr mochte. Anders als Israel hat Nathan es aber glücklicherweise nicht verkackt. Nur die Relation zwischen Lied und Dreamworks-Performance ging mir nicht richtig in den Kopf.

5. Armenien

Fly with Me von Artsvik
Musik: Lilith Naarsardyan, Levon Navarsardyan
Text: Avet Barseghyan, David Tserunyan

Dem Song stand ich durchaus kritisch gegenüber, doch eigentlich hat er doch ziemlich Spaß gemacht. Besonders der orientalische Touch hat es mir im Nachhinein angetan.
Übrigens ist mir eine Sache ganz besonders an der Sängerin aufgefallen: Wer zur Hölle trägt so viele RInge? Und das noch an beiden Händen? 😀
Das sah wirklich gewöhnungsbedürftig aus m. M. n.!

6. Niederlande

Lights and Shadows von OG3NE
Musik: Rick Vol, Rory de Kievit
Text: Rick Vol

Ja, es ist sehr traurig, dass die Mutter an Krebs erkrankt ist und sehr schön, dass die Mädels mit ihrem Vater zusammen für sie einen Song gemacht haben. Dennoch hätte ich das nicht benötigt. Hier ist mir kleidungstechnisch übrigens sehr ins Auge gestochen, wie zwei der Schwestern versuchen, sich so aufreizend wie möglich zu zeigen, während die Dritte meint: „Ne, da mach‘ ich nicht mit. Gib‘ mir was mit Hose und ohne Ausschnitt!“ 😀

Bevor wir zum nächsten Auftritt kommen, sei gesagt, dass die Moderatoren, die es jetzt mit Fan-Befragungen und klassischem, ukrainischen Volkstanz versuchen, immer noch keine Sympathiepunkte von mir erhalten haben.

7. Moldawien

Hey Mamma von Sunstroke Project
Musik: Anton Ragoza, Serghei Ialovitki, Seghei Stepanov, Mihail Cebotarenco
Text: Alina Galetscala

Jaaaaa! Der „Epic Sax Guy“ aus 2010 ist zurück! 😀
Die Saxophon- und Geigen-Teile gleichen den eigentlich eher mittelmäßigen Gesang (und mittelmäßigen Song i.A.) gut aus. Außerdem hat man dem Sänger angemerkt, dass er durchaus Stimmung machen wollte.
Letztlich war es auch der Hype um den Saxophonisten, welcher wohl dem Land viele Punkte am Ende einbrachte.

8. Ungarn

Origo von Joci Pápai
Musik und Text: József Pápai

Und ein guter Titel folgt dem anderen, so scheint es gerade. Der Roma-Sänger Jocí Pápai trat mit einem ungarischen Lied auf, welches aber anscheinend auch Roma-Sprache beinhaltete im Refrain. Nur beim Rap-Teil dieses orientalischen Titels hätte er vllt einmal mehr durchatmen sollen, anstatt in gefühlt einem Zug alles laut runterzurattern.

9. Italien

Occidentali’s Karma von Francesco Gabbani
Musik: Francesco Gabbani. Filippo Gabbani, Luca Chiaravalli
Text: Francesco Gabbani, Fabio Ilacqua, Luca Chiaravalli

Mein Favorit diesen Abend ist nun also als Neunter aufgetreten!
Der Song hatte Pepp und auch eine tolle Gesellschaftskritik am „abendländischen Karma“. Leider wurde es, um auf drei Minuten zu kommen, stark und m. M. n. schlecht gekürzt. Sehr amüsant fand ich die Regenbogenflaggen-Naht an Francescos Anzug übrigens, während mich der Affe nach mehrmaligem Hören und Sehen des Songs natürlich nicht überrascht hat. Dieser sollte eben einen Gegensatz zum nackten Affen (La scimmia nuda balla – Der nackte Affe tanzt) datstellen.

10. Dänemark

Where I Am von Anja
Musik und Text: Anja Nissen, Michael D’Arcy, Angel Tupai

Naja, auch diesen Song fand ich jetzt nicht so den Bringer. Da können auch „tollen, äußerlichen Merkmale“ der Zahnlücke oder Oberweite der Australierin, die kaum Dänisch spricht, aber trotzdem für Dänemark antritt (Das wäre so, als würde ich für Italien antreten), nichts dran ändern.

11. Portugal

Amar pelos Dois von Salvador Sobral
Musik und Text: Luisa Sobral

Dieses Lied wurde von den ESC-Fans weltweit neben Italien als DER Favorit auserkoren. Zurecht wie ich finde, da seine Stimme einfach wirklich schön ist und mich berührt hat. Na klar findet dieser Song nicht den Weg in meine „Favoriten“-Playlist bei Spotify und der Bühnenauftritt des Herzkranken war verständlicher-, aber auch passenderweise, nicht der pompöseste des Abends, aber schön und berührend war er dennoch.

12. Aserbaidschan

Skeletons von Dihaj
Musik: Isa Melikov
Text: Sandra Bjurman

Also als allererstes: Was macht dieser Mann mit dem Pferdekopf da oben auf der Leiter? Ernsthaft, was soll das? Das hat doch 0 mit dem Song zu tun! ^^
Die Tafel mit den Ausschnitten aus dem Text war aber originell, auch wenn ich mir einen anderen Auftritt, ähnlicher zum Musikvideo, erwartet hätte. Das Lied gefällt mir durchaus, genauso wie die Stimme der Sängerin.

13. Kroatien

My Friend von Jacques Houdek
Musik: Jacques Houdek, Siniša Reljić, Tony Malm
Text: Jacques Houdek, Ines Prajo, Arjana Kunštek, Fabrizio Laucella

Ein Sänger, der mit einer sehr hohen und tiefen Stimme singen kann, für Kroatien auf Englisch und Italienisch singt und einen französischen Vornamen hat. Klingt doch alles logisch!
Ich habe ehrlich gesagt diesen Song nicht im Finale erwartet, da er innerhalb der ESC-Fangemeinde doch sehr viel „Hass“ abbekommen hat. Dennoch war er da und ich war überrascht, wie gut er mir doch gefallen hat. Vielleicht hat auch die Tatsache eine Rolle gespielt, dass ich erstaunt war, wie eine Person mit sich selbst ein Duett in zwei verschiedenen Sprachen singen konnte.

14. Australien

Don’t Come Easy von Isaiah
Musik und Text: DNA, Michael Angelo

Ja, auch dieses Jahr waren die sehr europäischen Australier wieder Teil des Gesangswettbewerbs. Leider haben sie mit einem selbstverliebten 17-jährigen Super-Eyebrow und einem mittelmäßigen Liebeslied nicht den Nerv von mir getroffen, den die Australier in den letzten zwei Jahren zu treffen vermocht haben. Schade, schade.

15. Griechenland

This is Love von Demy
Musik: Dimitris Kontopoulos
Text: Romy Papadea, John Ballard

So ein typischer Liebespopsong. Ne, danke. Nicht mit mir, Griechenland. Sowas haben wir genug, sowohl bei Eurovision als auch in der „normalen“ Musikszene.

16. Spanien

Do it for your Lover von Manel Navarro
Musik und Text: Manel Navarro, Antonio Rayo „Rayito“

Hawaii macht auch mit? Ach ne, ist nur Spanien. Ich mochte den Song von vornherein nicht und diese Meinung hat sich auch das Finale über nicht geändert. Der Titel alleine reicht mir schon, keine Lust mehr auf das Lied zu haben (Mach es für deinen Geliebten) und der Refrain, der eigentlich nur aus „Klatsche und mache es für deinen Geliebten“ besteht, hat mich auch zu nichts inspiriert. Vielleicht verstehe ich den Song mangels einer Geliebten auch einfach nur nicht. Wer weiß? 😛

17. Norwegen

Grab the Moment von Jowst
Musik: Joakim With Steen
Text: Jonas McDonnell

Ok, jetzt geht’s ab! Jeder ESC benötigt eine DJ-Nummer und hier ist sie! Wie meistens bei diesen Songs, gehe ich da auch gerne ab. Die Norweger mit ihren schwarzen Glitzermasken: Sehr sympathisch! ^^

Bevor der 18. Auftritt losging, wollten die Ukrainer mit Måns Zelmerlöw, einem der Moderatoren von letztem Jahr, in einem kleinen Clip Sympathie bei den Zuschauern erreichen.
Sorry, immer noch nichts ^^

18. Vereinigtes Königreich

Never give up on You von Lucie Jones
Musik und Text: Emmelie de Forest, Daniel Salcedo, Lawrie Martin

Emmelie de Forest ist zurück! Dieses Mal hat sie aber den Song komponiert und mitgeschrieben und tritt nicht auf. Dies übernimmt Lucie Jones für sie, die ihren Job auch souverän meistert.

19. Zypern

Gravity von Hovig
Musik und Text: Thomas G:son

Dieses Lied hat mir auch sehr gefallen und anders als erwartet, hat Hovig nicht so wie IMRI oder der Sunstroke Project-Sänger eine schiefe Tonleiter gefrühstückt. Ein sehr cooler Song, eine relativ gute Performance, eigentlich alles in allem also gut!

20. Rumänien

Yodel It! von Ilinca feat. Alex Florea
Musik: Mihai Alexandru
Text: Alexa Niculae

Wie kommt man, vor allem in Rumänien, auf die Idee zu jodeln? Und wie kommt man vor allem auf die Idee, Jodeln mit Rap zu verbinden? Man weiß es nicht, aber so schlecht scheint es anscheinend nicht zu sein. Mein vormaliger Platz 42 ist im Finale einige Plätze aufgestiegen, da ich gesehen habe, dass es anscheinend doch funktioniert. Nur der aufgezwungene Kuss am Ende war ein bisschen zu viel des Guten ^^

21. Deutschland

Perfect Life von Levina
Musik und Text: Lindy Robbins, Dave Bassett, Lindsey Ray

Wie man an den ersten Sekunden merken kann, haben hier Musiker mitgewirkt, die auch schon David Guetta bei einigen Songs geholfen haben. Titanium ist deutlich zu hören. Dennoch nimmt das Lied im Verlauf einen anderen Ton an. Leider haben sich meine schlechten Erwartungen bewahrheitet. Wir haben die falsche Sängerin mit dem falschen Song hingeschickt. Dass sie sich hätte aushusten müssen vor dem Auftritt oder ihr ein Glas Wasser wenigstens gut getan hätte, war wohl deutlich genug zu hören. Dieser Auftritt war für mich nach Israel der zweitschlechteste. Sorry!

22. Ukraine

Time von O.Torvald
Musik und Text: Zhenia Halych, Denys Miziuk

Schade, schade. Die Ukrainer hatten ein tolles Lied, aber haben die Chance vertan, einen coolen Auftritt hinzulegen. Vergleicht mal den Auftritt im Vorentscheid mit dem im Finale – Ich fand den ersteren deutlich besser!

23. Belgien

City Lights von Blanche
Musik: Pierre Dumoulin, Emmanuel Delcourt
Text: Pierre Dumoulin, Ellie Delvaux

Eine erstaunliche, junge Sängerin, die wir hier haben! Schon der zweite Auftritt am Abend, der mit Zweistimmigkeit glänzte, wenn auch mit Zurückhaltung, wie man feststellen musste die ersten Minuten. Ich musste mir den Song zwar auch erst mehrmals anhören, um „reinzukommen“, aber mittlerweile empfinde ich ihn durchaus als ziemlich gut 🙂

24. Schweden

I can’t go on von Robin Bengtsson
Musik und Text: David Kreuger, Hamed „K-One“ Pirouzpanha, Robin Stjernberg

Was ist das nur für ein Song und wieso wird er so abgefeiert?
Was soll ich denn bitte schön mit einem „I can’t go on, when you look so freaking beautiful“ anfangen? Richtig, nichts!
Herausgestochen an gesanglichem Talent oder einer tollen Melodie ist es auch nicht und Robins Gesicht ist mir unter seinem Helm beim Motorcross deutlich sympathischer.

25. Bulgarien

Beautiful Mess von Kristian Kostow
Musik und Text: Sebastian Arman, Borislav Milanov, Joacim Persson, Alexander V. Bley, Johan Alkanaes

Hey! Der 1417-jährige Wichtigtuer aus Bulgarien, der kaum Bulgarisch spricht! Na klar, kann er singen, aber an seinem Auftreten an sich muss der Junge noch deutlich arbeiten!

26. Frankreich

Requiem von Alma
Musik: Nazim Khaled
Text: Nazim Khaled, Alma

Ein sehr schönes Lied, gesungen von einer schönen Sängerin. Wie immer hört sich das Französische einfach bezaubernd an :3
Leider haben sie dem Refrain etwas unpassendes Englisch beigefügt, aber was soll’s? Man muss ja zugeben, dass ein kleines bisschen Englisch Frankreich bisher Glück gebracht hat, während Lieder mit einem Französisch-Anteil von 100% eher weniger gut abschnitten.

Große Pause und Votingzeit

Verka Serduchka, ein Flitzer während Jamalas Auftritt und die ehemalige ukrainische ESC-Gewinnerin Ruslana füllen die Votingzeit mit ihrem Gesang und ihrer Stimmung, die sie verbreiten wollen.

Votingergebnisse

Auch dieses Jahr wurden wieder 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 12 Punkte von den Landerjurys an die einzelnen Teilnehmer verteilt. Deutschland hatte hierbei das Glück, drei Punkte von den Iren bekommen zu haben, ging aber ansonsten leer aus.
Darauf folgend, wie letztes Jahr, konnte jedes Land nochmal dieselben Punkte an Länder geben, diesmal aber nicht auf einer Jurymeinung basierend, sondern basierend auf den Stimmen der Zuschauer.
Die Punktesprecherin für die deutschen Jurypunkte war abermals Barbara Schöneberger und dieses Jahr waren diese folgendermaßen aufgeteilt:

1–>Ungarn
2–>Österreich
3–>Kroatien
4–>Schweden
5–>Australien
6–>Vereinigtes Königreich
7–>Niederlande
8–>Bulgarien
10–>Portugal
12–>Norwegen

Was mir gerade beim Durchgucken des Votings wieder einfällt: Die Moderatoren konnten anscheinend echt nicht so wirklich Französisch. Mal hatten wir es mit den korrekten „douze points“ zu tun, aber man kann ja auch mal „deuze points“ oder „duze points“ versuchen ^^
Wie auch immer: Dieses Jahr habe ich AN SICH nichts am Voting auszusetzen. Natürlich waren die Jurystimmen wieder mal etwas politisch, aber das überrascht ja niemanden.
Portugal hat durchaus verdient mit 758 Punkten gewonnen (über die Höhe kann man sich evtl streiten), dennoch bin ich unzufrieden, da ich das so sehr favorisierte Italien gerne zumindest vor Schweden gesehen hätte. Außerdem wurde auch Deutschland nicht Letzter! Das geht doch so nicht! xD
Immerhin weniger Punkte als letztes Jahr geholt 😛

Naja, das war der ESC 2017! Man kann sich schon auf den nächsten, ich nehme einfach mal an, in Lissabon freuen!
Bis dahin:
Danke fürs Lesen, schreibt eure Meinung zum ESC gerne in die Kommentare und bis bald! 🙂

Quelle (Beitragsbild):
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2017#/media/File:Ukraine_Eurovision.png

The Boss Baby – Rezension eines Unternehmens

Bildergebnis für The Boss Baby

OT/DT: The Boss Baby
Genre: Animation/Komödie
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: Tom McGrath
Drehbuch: Michael McCullers
Cast: Alec Baldwin/Jimmy Kimmel/Toby Maguire/u.a.
Länge: 98 Minuten
Altersfreigabe: FSK 6

So langsam ist es schon gefühlt ein Running Gag, aber auch diesen Film habe ich durch einen Trailer, der bei YouTube als Werbung gespielt wurde, gefunden. Schon vor einiger Zeit wurde mir dieser gezeigt und ich fand ihn persönlich witzig.
Leider muss man sagen, dass das auch, so wie oft gewollt, die witzigsten Szenen des Films waren.

Aber jetzt mal von Anfang an:
Der Film handelt vom Einzelkind Tim Templeton. Er lebt ein glückliches Leben und ist geschockt vom elterlichen Vorschlag eines Brüderchens. Die Eltern mehr oder minder unbeeindruckt zeigen ihm nun am nächsten Tag aber seinen neuen kleinen Bruder: Boss Baby. Ein Baby, welches in Anzug gekleidet, sich wie ein Erwachsener verhält, tatsächlich sogar eine Art Abteilungsleiter bei der so genannten „Baby Corp.“ ist und versucht herauszufinden, wieso Welpen heutzutage mehr Aufmerksamkeit als Babys von Menschen bekommen. Dies schadet schließlich dem Markt, da „Baby Corp.“ wortwörtlich vom Absatz von Babys lebt.
Alles, was man in Sexualkunde gelernt hat, ist eine Lüge!

Nach ein bisschen Auf und Ab, einigen Witzen über Pupsen oder Ersetzen von Schimpfwörtern durch „kacken“, „pupsen“ und „kotzen“ und manchen Witzen, die nur Erwachsene verstehen, ist der Film eigentlich mit dem erwartbaren Ende vorbei, dass – SPOILER – Boss Baby WIRKLICH der neue Bruder Tims wird, weil sie sich ja so sehr lieben und so – SPOILER ENDE -.

Ich war mit meiner Schwester und einer Freundin von ihr im Kino und bin nicht wirklich angetan vom Film. Ich bin einfach nicht der Freund dieser „Pups-Kack-Kotz“-Witze und finde, dass man Kinder durchaus auch anders unterhalten könnte, aber nun gut.
Der Trailer, wie oben erwähnt, hat eigentlich alles Witzige schon vorweg genommen (deshalb auch nicht den Großteil der schlechten Witze oder Erwachsenenwitze erwartet) und letztlich hätte man das Geld auch anders verwenden können.

Abschlussbewertung: 5/10 Punkte

Quelle (Filmcover): http://www.dreamworks.com/thebossbaby/
Letzter Zugriff: 20.04.2017, 13:30 Uhr