Schlagwort-Archive: ESC 2015

ESC 2015-Review

Auch dieses Jahr war es wieder soweit! Es gab wieder einen Eurovision Song Contest, dazu noch einen ganz Besonderen, denn es wurde das 60.Jubiläum gefeiert!
Diesjähriges Thema war Building Bridges.
Der Wettbewerb fand in Wien (Österreich) statt, da Conchita Wurst im letzten Jahr den ESC 2014 in Kopenhagen (Dänemark) mit dem Song Rise like a Phoenix gewann.
Moderiert wurde die Show, welche in der Wiener Stadthalle vollzogen wurde, durch Alice Tumler, Arabella Kiesbauer und Mirjam Weichselbraun.

Die Eröffnung

Der ESC 2015 beginnt typisch mit der Eurovision-Melodie, welche dieses Mal aber von den Wiener Philharmonikern gespielt wurde. Diese fuhren mit ihrem Spiel fort, indem sie verschiedene Stücke von Mozart und Beethoven anspielten. Die Kamera wird nun auf eine Menschengruppe mit Fackeln gerichtet, die anscheinend ein Logo bilden sollen (es tut mir leid, dass ich nicht genau erkennen kann, welches Zeichen dies sein soll) und dann wird endlich das Intro des ESC 2015 eingespielt.
Falls Leute vergessen haben sollten, wieso der diesjährige ESC in Österreich stattfindet, werden nochmal stückweise Szenen vom Gewinn Österreichs beim ESC 2014 gezeigt.
Aber damit nicht Film genug, nein, nun bilden Menschen Österreichs die Sphere, das offizielle Logo des ESC 2015, wobei die Hälfte des Films einfach nur so wirkt, als könnten Österreicher gut Kreise zeichnen. Chapeau dafür!
Richtung Ende bildet sich eine Kugel im Film, die dann in die Stadthalle eingelassen wird, während Lidia Baich auf ihrer Violine Merci, Chérie spielt, irgendwann vom ORF  Radiosinfonieorchester begleitet. Die Melodie schlägt nunmehr aber plötzlich zur Melodie von Rise like a Phoenix um.
Wie ein Phoenix aufsteigend darauf, in einem vollkommen verbotenen Outfit: Conchita Wurst, die nun die Hymne des 60.ESCs singt. Ja, sie singt eine Hymne des ESCs! Das gab es meines Wissens in den letzten Jahren nicht, aber dieses Jahr schon!
Die Moderatorinnen kommen beim Refrain zur Hilfe, denn Conchita ist nun anderweitig beschäftigt, da sie an Seilen in die Lüfte der Halle aufsteigt und durch die Halle schwebt. Doch einmal in der Luft kann sie auch wieder etwas singen. Um noch ein paar Frauentränen zu erhaschen kommt auch ein Kinderchor zum Einsatz, junge Männer sollen durch den Rapper Left Boy angesprochen werden.
Es folgt der Einlauf der Teilnehmer, welche mit den Ländernamen angesprochen wurden. Dieses Jahr erstaunlicherweise nur auf Englisch (mit Ausnahme Frankreichs, welche nur auf Französisch angesagt wurden).
Die Fans haben sich dieses Jahr richtig Mühe gegeben und ebenfalls einen Einspielfilm produziert, welcher sich eigentlich schön ansehen lässt.
Nach rund 20 Minuten wird dann endlich der Startschuss gesetzt, der Startschuss für den 60.ESC, aus Wien!

Die Show
Auf die Postcards verzichte ich dieses Mal. Wenn ihr sie hier integriert haben wollt, schreibt es bitte in die Kommis.
Den von mir ausgefüllten Bewertungsbogen zu den einzelnen Teilnehmerländern findet ihr unten.

1. Slovenia/Slovénie/Slowenien

Song: Here for you by Maraaya
Music: Raay/Marjetka Vovk
Lyrics: Charlie Mason/Raay
Auftritt: Ich fand den Song leider nicht so gut. Des Weiteren habe ich nicht verstanden, was die mit ihren Kopfhörern will. Es soll ihr Markenzeichen sein, aber ich persönlich finde, dass das ziemlich lächerlich aussieht. Zumindest die Choreographie war mal eine andere mit dieser Luftgeige, weshalb sie sich hier ein paar Pünktchen holen konnte, doch sie schafft es am Ende nur auf 28/70 Punkten.

2. France/Frankreich

Song: N’oubliez pas by Lisa Angell
Music: Michel Illouz/M. Albert
Lyrics: Laure Izon/M. Albert
Auftritt: Der Song war schön, hatte eine Message und geschichtlichen Hintergrund. Die Bühne war dazu eigentlich perfekt aufbereitet. Die Sängerin war sehr charismatisch und die Stimme war schön. Alles in allem 37 Punkte.

3. Israel/Israël/Israel

Song: Golden Boy by Nadav Guedj
Music&Lyrics: Doron Medalie
Auftritt: Aus meiner Sicht sehr mittelmäßig, der Junge hat nicht so viel Charisma und alles in allem nicht so schön einfach. Trotzdem noch 33 Punkte abgeholt.

4. Estonia/Estonie/Estland

Song: Goodbye to Yesterday by Elina Born feat. Stig Rästa
Music&Lyrics: Stig Rästa
Auftritt: Der Song hat mir eigentlich gut gefallen, nur mangelt es gerade an der Choreographie oder etwas Ähnlichem. Sonst auch eher Mittelmaß. 35 Punkte

5. United Kingdom/Royaume-Uni/Vereinigtes Königreich

Song: Still in Love with You by Electro Velvet
Music&Lyrics: David Mindel&Adrian Bax White
Auftritt: Einer der besten Songs, wie ich finde. Macht richtig Spaß und nimmt sich nicht richtig Ernst. Hat einen Hauch von 70er. Die Interpreten sind sympathisch und der Gesang gut. Toll verdiente 42 Punkte. „Oh yes!“

6. Armenia/Arménie/Armenien

Song: Face the Shadow by Genealogy
Music: Armen Martirosyan
Lyrics: Inna Mkrtchyan
Auftritt: Der Song war nicht mein Ding und der Auftritt langweilig, einmal kurz und knapp gesagt. Punkte rausholen, weil die Band-Mitglieder auf 5 verschiedenen Kontinenten leben, konnten sie auch nicht: 24 Punkte

7. Lithuania/Lituanie/Litauen

Song: This Time by Monika Linktyè feat. Vaidas Baumil
Music: Vytautas Bikus/Monika Liubinaitè
Lyrics: Vytautas Bikus
Auftritt: 
Ähnlich wie Israel, ebenfalls sehr mittelmäßig, ebenfalls 33 Punkte.

8. Serbia/Serbie/Serbien

Song: Beauty Never lies by Bojana Stamenov
Music: Vladimir Graic
Lyrics: Charlie Mason
Auftritt: Ich bin von dem Lied ähnlich begeistert, wie vom britischen Song. Die Person, die dies singt ist mir mehr als sympathisch, sie hat eine bombastische Stimme und das Lied ist vom Text her sehr schön. Deshalb verdiente 40 Punkte.

9. Norway/Norvège/Norwegen

Song: A Monster like Me by Mørland feat. Debrah Scarlett
Music&Lyrics: Kjetil Mørland
Auftritt: Im Durchschnitt auch eher mittelmäßig und das Lied war ebenfalls nicht so mein Musikgeschmack. 31 Punkte von mir.

10. Sweden/Suède/Schweden

Song: Heroes by Måns Zelmerlöw
Music&Lyrics: Linnea Deb/Joy Deb/Anton Hård af Segerstad
Auftritt: Es ist der geilste Auftritt dieses Abends, weil die Bühne gestimmt hat. Die Choreo, in Form interaktiver Szenen zwischen Måns und diesen Strichmännchen stimmte einfach. Alles wurde punktgenau ausgeführt vom jungen Sänger und es sah hervorragend aus. Zwar nicht mein Gewinner, aber trotzdem mit 45 Punkten ganz weit vorne.

11. Cyprus/Chypre/Zypern

Song: One Thing I should have done by John Karayannis
Music&Lyrics: Mike Connaris
Auftritt: Der Song zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und kann gleichzeitig so herzerwärmend sein, dass sanfte Tränen fließen können. Das Lied wird von einem äußerst jungen und sympathischen Herrn vorgetragen. Sehr schön gemacht und mit 47 Punkten sogar VOR Schweden.

12. Australia/Australie/Australien

Song: Tonight Again by Guy Sebastian
Music&Lyrics: Guy Sebastian/David Ryan Harris/Louis Schoorl
Auftritt: Gebt’s doch zu! Auf diesen Auftritt haben wir alle am meisten gewartet. Und dann wird er auch noch so toll, was vor allem daran liegt, dass Guy Sebastian einfach ein cooler Kerl mit verschmitztem Lächeln ist und Tonight Again ein Hammersong. Deshalb bei mir auch Platz 2 mit satten 50 Punkten.

13. Belgium/Belgique/Belgien

Song: Rhythm Inside by Loïc Nottet
Music: Loïc Nottet
Lyrics: Beverly Jo Scott
Auftritt: Wieder mal eher Mittelmaß für mich, aber die Bühne war cool 🙂
36 Punkte

14. Austria/Autriche/Österreich

Song: I am Yours by The Makemakes
Music&Lyrics: Jimmy Harry/The Makemakes
Auftritt: Die Interpreten waren sympathisch, der Gesang war gut, das Lied ging, aber wieso zünden sie dieses Klavier an? Hat ihnen nichts an Punkten gebracht (im wortwörtlichen Sinne, aber mehr dazu später). 30 Punkte von mir.

15. Greece/Grèce/Griechenland

Song: One last Breath by Marìa Elena Kiriakou
Music: Efthivoulos Theocharous/Marìa Elena Kiriakou
Lyrics: Vangelis Konstantinidis/Evelina Tziora
Auftritt: Mochte ich echt nicht, kurz gesagt. 30 Punkte

16. Montenegro/Monténégro/Montenegro

Song: Adio by Knez
Music: Željko Joksimovic
Lyrics: Marina Tucakovic/Dajan Ivanovic
Auftritt: Tut mir leid, aber auch diesem Song muss ich meines Geschmacks wegen eine Absage erteilen. Schon allein deswegen, weil der Interpret mir nicht sympathisch war. Dans ensemble 23 points.

17. Germany/Allemagne/Deutschland

Song: Black Smoke by Ann-Sophie
Music&Lyrics: Michael Harwood/Ella McMahon/Tonino Speciale
Auftritt: Sie soll dieses Arschgewackel lassen, bitte! Ich flehe sie an! Wir sind im Land, welches 2012 Woki mit deim Popo zum ESC geschickt hat, aber lass es bitte! Du hast nicht die Figur dafür. Du wirst dadurch nicht sexier! Aber nun zum Guten: Das Lied war eigentlich gut vorgetragen und das Make-Up viel dezenter und deshalb besser als im Vorentscheid. Trotzdem von mir nur 26 Pünktchen.

18. Poland/Pologne/Polen

Song: In the Name of Love by Monika Kuszynska
Music: Jakub Raczynski
Lyrics: Monika Kuszynska
Auftritt: Ich halte mich wieder mal kurz: 24 Punkte.

19. Latvia/Lettonie/Lettland

Song: Love Injected by Aminata Savadogo
Music&Lyrics: Aminara Savadogo
Auftritt: Es folgt meine schlechteste Bewertung. Nur 10 Punkte hat dieses Lied bekommen und liegt somit bei mir auf dem letzten Platz. Kein Sex-Appeal, keine Choreo, kaum Bühnenarrangement (gutes). Wo willst du hier viele Punkte vergeben?

20. Romania/Romanie/Rumänien

Song: De la căpat by Voltaj
Music: C.G. Goia/G. Constantin/A. Cristescu/S.M. Paduraru/V.R. Alstani
Lyrics: C.G. Goia/G. Constantin/A. Cristescu/V.R. Alstani/M.A. Stevens/M.A. Leonte
Auftritt: Ich fand es schön mal ein Lied in der Landessprache zu hören und es klang dabei noch relativ gut. Deshalb 43 Punkte von mir!

21. Spain/Espagne/Spanien

Song: Amanecer by Edurne
Music&Lyrics: Tony Sánchez-Ohlsson/Peter Boström/Thomas G:son
Auftritt: Erstaunlich gut fand ich diesen Auftritt, weshalb er auch auf Platz 3 mit 49 Punkten rangieren darf.

22. Hungary/Hongrie/Ungarn

Song: Wars for Nothing by Boggie
Music: Áron Sebestyén/Boglárka Csemer
Lyrics: Sára Hélène Bori
Auftritt: 
Ein sehr schöner Pazifistensong, der Mitglieder der Grünen und Linken sicher gefallen dürfte ^^
Spaß beiseite, es gibt 47 Punkte und damit den 4.Platz von mir.

23. Georgia/Géorgie/Georgien

Song: Warrior by Nina Sublatti
Music: Nina Sublatti/Thomas G:son
Lyrics: Nina Sublatti
Auftritt: Am Anfang dachte ich mir: „Wat für n Emo taucht denn da jetzt auf? Erinnert mich ein bisschen an eine aus meinem Geschichtskurs….“, doch Richtung Mitte des Liedes wurde mir immer mehr klar, dass dieses eigentlich schöne, eiskalte Gesicht und die Kleidung einfach zum Lied mehr als perfekt passt. Das Ambiente der Bühne war sehr gut gemacht. 42 Punkte von mir.

24. Azerbaijan/Azerbaïjan/Aserbaidschan

Song: Hour of the Wolf by Elnur Hüseynov
Music: Nicolas Rebscher/Nicklas Lif/Lina Hansson
Lyrics: Sandra Bjurman/Nicolas Rebscher/Nicklas Lif/Lina Hansson
Auftritt: 
Nach diesen großartigen Auftritten davor, hat mich dieses Lied sehr enttäuscht, leider. Leider, leider nur 25 Punkte.

25. Russia/Russie/Russland

Song: A Million Voices by Polina Gagarina
Music&Lyrics: G. Alares/J. Björnberg/K. Noorbergen/L. Gutkin/V. Matetsky
Auftritt: Es stimmt, dass es wirklich ein gutes Lied war. Bei mir konnte es Schritt halten mit Georgien. Ebenfalls 42 Punkte.

26. Albania/Albanie/Albanien

Song: I’m Alive by Elhaida Dani
Music: ZzapnChriss
Lyrics: Sokol Marsi
Auftritt: Ein bisschen wie Aserbaidschan. Besser, aber immer noch enttäuschend. Nur 33 Punkte gab es für diesen Auftritt.

27. Italy/Italie/Italien

Song: Grande Amore by Il Volo
Music&Lyrics: Ciro Esposito/Francesco Boccia
Auftritt: Das eigentliche Lied war 44 Sekunden zu lang. Das heißt: Schneiden! Denn beim ESC dürfen die Songs MAXIMAL 3 Minuten lang sein. Ich hatte Angst, das Lied würde dadurch zerstört werden, doch haben sie „nur“ eine Strophe herausgeschnitten und das Lied war immer noch das Beste an diesem Abend! Die jungen Herren haben Charakter, der Song gehörte zur besseren Sorte der italienischen Popera. Hier konnte ich sogar einmal eine Teilbewertung „10“ abgeben (Höchstpunktzahl). Letztendlich belegen Il Volo mit 54 Punkten bei mir Platz 1!

Große Pause+Votingzeit

Es folgt nun die Überbrückungszeit zwischen den Auftritten und der Punktevergabe, in der gevoted wird und die Stimmen ausgezählt werden. Martin Grubinger präsentierte ein Trommelmedley, bei der alte Sinfonien neu interpretiert wurden. Recaps aller Songs wurden gezeigt. Conchita Wurst hat zwei Titel aus ihrem neuen Album aufgeführt (toll, wenn man  Werbung machen kann, nicht wahr?).
Ein kleines Interview mit dem Gewinner des JUNIOR ESC, Vincenzo Cantiello, lockert etwas die Stimmung (man, hat DER ne STIMME! O.o). Natürlich gibt es auch Berichte aus dem Green Room. Es wird angemerkt, dass dies der größte ESC aller Zeiten mit 27 teilnehmenden Ländern ist (26 sind eigentlich nur maximal erlaubt+Australien). Eine Auflistung der Gewinner des ESC folgt allzubald, wobei u.A. auch Alexander Rybak (Gewinner 2009 mit Fairytale) ausgelassen wird.

Votingergebnisse

Nach fast drei Stunden kommt endlich die Stunde der Wahrheit. Die Punkte, die über Sieg und Niederlage entscheiden sollen. Alle 40 Länder, die am ESC teilgenommen haben (27 im Finale+13, die in den Semifinals rausgeflogen sind) haben abgestimmt. Die Televoting-Ergebnisse und die Ergebnisse der Länderjurys zählen jeweils zu 50%. Die Punkte werden dann von den Punktesprechern auf Englisch und von einer Moderatorin auf Französisch angesagt (Ausnahmen bilden die Schweiz, Belgien und Frankreich, sowie die 12 Punkte von Großbritannien dieses Jahr. Dort ist es genau andersherum).
Die deutsche Punktesprecherin war dieses Jahr Barbara Schöneberger, zu der ich schon seit dem deutschen Vorentscheid aus irgendeinem Grunde eine tiefe Abneigung empfinde.

Deutschland stimmte so ab:
1–>Ungarn
2–>Estland
3–>Italien
4–>Norwegen
5–>Israel
6–>Lettland
7–>Australien
8–>Belgien
10–>Schweden
12–>Russland

Nun meine Stimme zum Voting bzw. mein Gesamteindruck vom Contest. Es gab leider nur eine kleine Auswahl an Liedern, die ich langfristig regelmäßig hören würde. Das zum Einen. Es hat einfach bei Weitem nicht an den ESC 2014 in Kopenhagen herangereicht.
Des Weiteren hat man dieses Jahr extremer denn je erkannt, wie sich politische Freunde die Punkte einfach mal zuschieben. Das gab es in den letzten Jahren auch, das gab es schon immer, aber dieses Jahr war es mehr als extrem! Das zum Zweiten.
Zum Dritten möchte ich mich noch einmal darüber beschweren, dass ich es unmöglich finde, in jedem zweiten Satz sagen oder Bild zeigen zu müssen, wie tolerant doch Europa und dieser Wettbewerb seien, weil Conchita ja gewonnen hat und blablabla, aber dann hat man Finnland im 1.Halbfinale rausgewählt. Ich möchte nicht allzu viele Worte hier darüber verlieren. Für nähere Erläuterungen dieses Standpunkts lege ich euch meinen letzten Artikel ans Herz.
Um mal wieder zu den Punkten zu kommen: Von den Punkten her, finde ich die Verteilung zum Teil echt ungerecht. Dass Schweden gewonnen hat, ist ja ok. Dass Russland einen der oberen Plätze belegt, ist auch ok. Italien hätte eindeutig mehr verdient, aber was soll man machen, wenn im deutschen Televoting Italien zwar auf 1 ist, aber manche Jurymitglieder *hust* Mark Forster *hust* auf Platz 21 werten. Mit Australien bin ich vollkommen zufrieden. 🙂
Die haben diese Position auf dem 5.Rang mehr als verdient. Der Song ist catchy und cool und genau diese Ausstrahlung hat auch Guy Sebastian, also: „Herzlichen Glückwunsch, Australien!“.
Aber jetzt gehen wir an das Meckern. Spanien hat eine zu niedrige Position, aber ich hab schon von vielen gehört, dass sie Spanien nicht soooooo toll fanden, also kann man das vielleicht noch nachvollziehen. Wenigstens haben sie 15 Punkte. Zypern war vielleicht ein bisschen zu langweilig, aber von Zypern erwartet man eigentlich auch keine Spitzenpositionen.
Stark enttäuscht haben mich aber die Ergebnisse von der UK und Frankreich. Was geht in den Köpfen der europäischen Bevölkerung denn ab? Ja, die UK war anders, aber es klang doch echt gut! Und Frankreich hat an den 1.Weltkrieg erinnert. Ja, ein unangenehmes Thema und ja, auf Französisch, aber die hat das doch echt gut gemacht! Nein, trotzdem nur 4 bzw. 5 Punkte. Und dann die große Blamage! Deutschland und Österreich mit jeweils 0 Punkten. Deutschland aufgrund des besseren Televotings zwar „nur“ Vorletzter, aber trotzdem. Die Ann-Sophie hat eigentlich (bis auf das Arsch wackeln) keinen großen Fehler gemacht. Sie hat das Lied gut vorgetragen und es ist einfach ein gutes Lied. Wäre da nicht zumindest EIN Ehrenpunkt irgendwo übrig gewesen? EIN EINZIGER?!? Wer weiß, vielleicht wäre es mit dem Kümmert besser gelaufen, aber darüber will ich keine Hypothesen liefern, weil Ann-Sophie ja ihren Job eigentlich sehr gut ausgeführt hat.
Auch vollkommen absurde Theorien, wie die von der Schöneberger will ich lassen. Wie dumm muss eigentlich jemand sein zu fragen „Haben wir vielleicht keine Punkte bekommen, weil wir ja erst dran waren?“. Nach DIESER Logik, hätte Schweden sogar Minuspunkte erreichen müssen. Vor allem dann im Interview mit dem Urban. Den Urban wegdrücken, als er genau DAS kritisieren wollte!
Zum Glück habe ich diesen ESC mit Freunden gesehen, denn so war er halbwegs erträglich.
Wie dem auch sei, noch mehr leid tun mir eigentlich die Österreicher. Die schlechtesten im eigenen Land und, da sie 0 Punkte haben, sogar die schlechtesten Gastgeber der gesamten ESC-Historie. DAS muss man erstmal verkraften.
Österreich hat nun 356 Tage Zeit, genau DIES zu tun, denn am 14. Mai 2016 steigt das Finale des ESC 2016 in Schweden. Das Finale des 61. ESCs bei dem ich so sehr hoffe, dass der skandinavische Effekt eintritt, sprich: Viele gute Lieder, eine coole Bühne und coole, sympathische Moderatoren (bitte wieder MINDESTENS EINEN männlichen Moderator).

Ich verabschiede mich von euch und würde gerne wissen, wie ihr den ESC fandet 🙂
Lasst gerne einen Kommentar da! Freue mich über jeden!

LG
GNB

Endergebnisse (Top 5)

1. Schweden 365 Punkte
2. Russland    303 Punkte
3. Italien          292 Punkte
4.Belgien        217 Punkte
5.Australien 196 Punkte

Meine Bewertungen:

Bewertungsbogen

Aina mun pitää

Buongiorno signore e signori,
wie geht’s euch so? 😀

Der Grund dieses Beitrags liegt am gestrigen ersten Semifinale des Eurovision Song Contest 2015 in Wien (Review des Finales plane ich am Sonntag hochzuladen). „Worum geht’s da?“ könnte eure erste Frage sein, die ich euch natürlich beantworten kann. Es ist, wie für Semi- oder im Deutschen, Halbfinals üblich, dafür da, dass Kandidaten vor dem anstehenden Finale ausscheiden und somit am Ende die Finalisten klar sind. Da ich keine Review über das Halbfinale schreiben möchte, hier eine Übersicht, welche 10 Länder weiter sind und welche 7 rausgeflogen sind:
Albanien
Armenien
Belgien
Estland
Georgien
Griechenland
Rumänien
Russland
Serbien
Ungarn
Moldawien/Moldau
Niederlande
Finnland
ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien
Weißrussland
Dänemark

Zu den meisten Liedern kann ich nichts sagen. Ich will mich darauf beschränken nur etwas zu Dänemark, Weißrussland und Finnland zu sagen.

DÄNEMARK
Dieses Lied fand ich von vornherein schlecht. „Just the way you aaaaaaaaaaaaare“ blabla. Wenig einfallsreich und geklungen hat es auch nicht richtig.

WEISSRUSSLAND
Das Lied an sich ist gut, aber der Text ergibt nur wenig Sinn (siehe hier). Die Performance im Finale war unter aller Sau. Der Sänger singt schief, das Englisch ist selbst für einen nicht-Engländer kaum zum aushalten. Choreographie? Wer braucht das schon?
Dementsprechend ein gerechtfertigtes Aus im Halbfinale.

FINNLAND
JETZT KOMMT DAS, WORAUF ICH IN DIESEM BEITRAG EIGENTLICH HINAUS WILL!
Das Lied „Aina mun pitää“ von der Punkband „Pertti Kurikan Nimipäivät“, dessen Mitglieder nur aus geistig Behinderten besteht (3/4 haben Trisomie 21, einer Autismus). Der Song ist gerade mal 1:41 Minuten lang und damit der kürzeste Song der ESC-Geschichte. Dadurch, dass es Punk ist, ist die Musik für manch einen gewöhnungsbedürftig. Und vom Song her, kann ich ja vielleicht sogar verstehen, wieso sie ein vorzeitiges Aus beim ESC erlebt haben. Trotzdem lautet meine Frage: Wieso? Was läuft hier beim ESC bitte falsch?

Versteht mich nicht falsch, aber ich finde es vollkommen unverhältnismäßig, dass letztes Jahr Conchita Wurst gewonnen hat, aber diese Band noch nicht einmal Chance im Finale bekommt.
Zum Zusammenfassen: Conchita Wurst gewann nicht durch den Song, zumindest nicht hauptsächlich. Nein, sie gewann, weil sie eigentlich ein Mann ist, der sich wie eine Frau verkleidet, bloß mit einem Bart und deshalb polarisierte. NUR DESHALB! Man solle respektvoll und tolerant gegenüber diesen Personen sein und balbliblub. Es wurde völlig vergessen, dass dies ein Liederwettbewerb ist. Wäre es danach gegangen, hätten wohl die Niederlande, Schweden oder Armenien gewonnen. Conchita wollte mit ihrem Sieg auch nur diese Message vermitteln. Überwindet Vorurteile, habt Respekt und Toleranz gegenüber jeder Einstellung eines Menschen. Wir alle sind Menschen, wir sind alle gleich.
Das ist doch eigentlich ganz schön, nicht?
Aber jetzt kommt diese Punkband aus Finnland und scheitert im Halbfinale, mit der Begründung „Beim ESC geht es um die Musik und nicht darum, wie die Sänger sind“?
Das ist doch wohl die größte VERARSCHE, die man hier bringen kann.
Ja, das Lied ist gewöhnungsbedürftig, aber hat ne gute Message eigentlich. Ja, Punk ist nicht jedermann Geschmack und ja, vom Lied her, sehe ich es ja ein, dass sie schon im Finale rausfliegen müssen. Aber die Zuschauer und Jurys sollen sich bitte mal entscheiden, was sie wollen. Einen reinen Musikwettbewerb oder eine politische Toleranzdarstellung Europas, durch die Österreich überhaupt erst den ESC bekommen hat, weil diese Unverhältnismäßigkeit ist unter aller Kanone!
Oder was haltet ihr davon? Kommentiert doch einfach unter diesem Post 🙂

LG
Gianluca

Time is like thunder

Liebe Mitleserschaft,
ihr werdet nun etwas erleben, was es auf diesem Blog noch nie gegeben hat und nun ZUFÄLLIG gemacht wurde, anders als die anderen Beiträge.

Hier geht es nämlich um eine unglaublich tolle Analyse eines Songtextes. Gut, ich werde mich jetzt nicht an Textinterpretationen wie in der Schule halten, die natürlich viel genauer und wissenschaftlicher wären, sondern werde einfach drauf los schreiben und hoffe damit aus diesem Text schlau zu werden.
Bei dem Lied handelt es sich um den ESC-Titel Weißrusslands, „Time“ von Uzari feat. Maimuna.
Ich werde aber, wenn ich spontan so mir den Text anhöre und mitsinge, nicht richtig schlau draus. Was hat der Text denn bitte schön zu bedeuten und wieso heißt der Titel ausgerechnet „Time“ und nicht irgendwie anders? Das will ich ergründen. Gleich in einer Reinform, weil ich dafür jetzt KEINE Vorüberlegung getroffen habe, wie ich diesen Text schreiben werde und wie gesagt auch eigentlich KEINE Idee habe, was der Text mir näherbringen soll. Ich analysiere es so gesehen „Blind“, wie man früher bei Let’s Plays gesagt hat, wo der Spieler zum ersten Mal das Spiel gespielt hat.

Nun denn.
Weil es mir etwas schwer fällt einen englischen Text zu analysieren, übersetze ich ihn mal kurzerhand auf Deutsch:

Sag mir, wo ich hingehöre
Ich hab es so lang probiert
Breche raus in die Nacht
Ließ mich das helle Licht sehen
Jetzt bin bereit zum Kämpfen
Und ich weiß, dass die Zeit auf meiner Seite ist

REFRAIN
{Zeit ist wie ein Donner, ah ah
Hör es wie einen Donner, ah ah
Alles was wir haben sind ein paar Tage und ich versuche sie nicht zu verschwenden
Zeit ist wie ein Donner, ah ah
Schlägt wie ein Donner in unserem Kopf
Zeit ist wie Donner, ah ah, ah ah, ah ah}

Am Ende des Seils
Hoffe weiterhin gegen jede Hoffnung, oh oh
Zeit fließt dahin
Also verliere keinen Tag
Wir können tun, was wir sagen

(Zeit ist wie ein Donner [x2])
Ich weiß, du weißt
(Zeit ist wie ein Donner)
Ich will nicht warten
(Wie ein Donner, wie ein Donner)
(Ich weiß, du weißt)
Verliere keinen Tag!
Ah, ah, hör es wie den Donner, ah ah
Schlagen wie der Donner, ah ah, ah ah, ah ah

REFRAIN

Ich will nicht warten

Gehen wir nun nach Absätzen vor.
Also, der Sänger weiß nicht wohin er gehört und versucht etwas schon sehr lange. Vermutlich versucht er schon sehr lange sich in eine Gruppe zu integrieren, aber merkt, er gehört nicht dazu? Fragt er deshalb nach dem „wohin“?
Er bricht raus in die Nacht und sieht dort helles Licht (Antithese), welches ihm die Kraft zum Kämpfen gibt. Die Zeit, die Vierte Dimension, das was alles für denjenigen entscheidet, der es vermag diese zu steuern, die steht ihm zur Seite. Diese Abfolge an Ereignissen macht irgendwie nicht so viel Sinn, oder? Aber wie sonst? Er bricht raus in die Nacht, flüchtet. Er sieht helles Licht, dass Kraft zum Kämpfen gibt, sich in diese Gruppe zu integrieren?
Und wieso ist es jetzt so wichtig anzumerken, dass die Zeit auf seiner Seite ist? Schon allein dieser Absatz macht für mich leider kaum Sinn, wenn ich mir hier nicht irgendwelche Hirngespinste zusammenreime.
Nun gut. Vielleicht ergibt das ja alles einen Sinn, wenn wir jetzt den Refrain genauer betrachten.
Zeit ist wie ein Donner. Der Donner ist etwas Kraftvolles, Lautes, Kurzweiliges und bleibt im Gedächtnis. Zeit ist auch etwas Kraftvolles. „Jetzt“ ist kurzweilig und das Gedächtnis arbeitet, wie alles Andere auch, mehr oder weniger mit der Zeit. Nur laut ist sie eigentlich nicht. Man soll sie laut dem Text aber hören können, wie den Donner. Und man soll die Zeit nutzen, weil seine Zeit schneller gekommen sein kann, als man glaubt.
So würde ich den Refrain interpretieren. Einen Zusammenhang  zum ersten Absatz zu finden ist schwierig, aber vielleicht möglich. Er will die Zeit voll nutzen, um zu kämpfen, herauszufinden, wo er hingehört. Und sie steht ihm aber bei, obwohl er Zeitdruck hat (wenige Tage)? Auf jeden Fall ist in ihm ein Carpe Diem-Gefühl verankert…
Um chronologisch fortzufahren, gucken wir uns nun den 3.Absatz an. Ein Ende des Seils, er hofft gegen die Hoffnung. Ich erkenne weder einen Sinn im Gesagten, noch einen Zusammenhang zum Refrain. Nur danach ist er erpicht darauf, zu sagen, dass Zeit dahinfließt und man den Tag nutzen soll, man alles, was man sich vorgenommen hat, tun kann.
Er will nicht länger warten, sondern etwas tun.

Das ist eigentlich die gesamte Interpretation. Wieso das Lied „Time“ heißt, ist geklärt. Er berichtet vom Zeitdruck, dass Zeit dahinfließt und man den Tag leben soll (Carpe Diem). Aber wieso ausgerechnet „like thunder“ („wie (ein) Donner“)?
Ich glaube, da muss ich auf die Interpretationsversuche einer anderen Person zurückgreifen. „Time“ und „Thunder“ sind zwei Worte mit „T“ am Anfang und klingen zusammen gut „e basta“!

Fallen euch noch spontan weitere Interpretationsversuche ein? Wenn ja, welche? Und wenn nein, gefällt euch das Lied zumindest? 🙂

EDIT VOM 07.05.2015:
Mittlerweile ist das Musikvideo zum Lied erschienen. Leider gibt dieses Video auch kaum Aufschluss über die Bedeutung des Songs. Zeit rennt, ja. Uzari rennt, Maimuna ist in einer Sanduhr gefangen.
Irgendwann kommt eine Schlange, die in der Wüste lebt (glaube und hoffe ich, denn meine Geographie- und Biologie-Kenntnisse sind dahingehend nicht so gut). Einzige neue Feststellung: Ich nehme an, dass das ständige Streuen von Sand auf eine Geige oder speziell auf deren Saiten nicht gut für die Geige bzw. ihre Saiten ist. Aber egal.

LG
GNB